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Pressecommuniqué
17. Plenum der D-F-CH Oberrheinkonferenz
23. November 1998, Freiburg i. Br.
Am
23. November 1998 fand im Konzerthaus Freiburg unter dem Vorsitz des
Freiburger Regierungspräsidenten Dr. Conrad Schroeder die 17.
Plenarsitzung der Deutsch-französisch-schweizerischen
Oberrheinkonferenz statt. In der Oberrheinkonferenz arbeiten die
Regierungs- und Verwaltungsstellen der Länder Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz, der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und
Aargau sowie des französischen Staates und der Gebietskörperschaften
der Région Alsace zusammen.
Die Delegationsmitglieder nutzten die Gelegenheit, um
Regierungspräsident Dr. Conrad Schroeder, der die Arbeit der
Oberrheinkonferenz in den vergangenen sieben Jahren maßgeblich
vorangetrieben hat, zu danken.
Folgende Themen standen im Vordergrund der
Sitzung:
- Reformschub für die Oberrheinkonferenz
In
Anbetracht der beeindruckenden Entwicklung der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der seit 1975 erfolgten
Fortschreibung der gesetzlichen Bestimmungen in den beteiligten
Ländern, hat die Oberrheinkonferenz beschlossen, die
Deutsch-Französisch-Schweizerische Regierungskommission um die
Überarbeitung und Anpassung der Vereinbarungen zu bitten, die auf
der Grundlage des Bonner Abkommens (Notenwechsel von 1975) die
Arbeit der Konferenz definieren.
Unabhängig vom
Resultat dieser Rechtsanpassungen wird die Oberrheinkonferenz ihre
laufenden Tätigkeiten sowie die neu eingeleiteten Reformbemühungen
zielbewusst weiterführen.
Im Interesse
einer Intensivierung und Effektivierung der Konferenzarbeit
bestand Einvernehmen, die Rolle der Delegationsleiter und des im
März 1996 gegründeten Gemeinsamen Sekretariats weiter zu
stärken.
Der Schweizer
Delegationsleiter, Regierungsrat Dr. Hans Martin Tschudi (Mitglied
der Regierung des Kantons Basel-Stadt) hat deshalb in seiner
Eigenschaft als künftiger Präsident der Oberrheinkonferenz die
Partner zu einem ausserordentlichen Treffen "Oberrhein Agenda
2000: Reformschub für die Oberrheinkooperation" am 29. Januar 1999
in den Wenkenhof in Riehen (BS) eingeladen.
- Oberrheinischer Museumspass
Die Arbeitsgruppe
"Kultur" der Oberrheinkonferenz stellte den von ihr entwickelten
trinationalen "Oberrheinischen Museums-Pass" vor, der im Sommer
1999 eingeführt wird. Rund 80 Museen aus den drei Ländern am
Oberrhein haben ihre Absicht erklärt, sich am Museums-Pass zu
beteiligen.
Der Pass, der
voraussichtlich 45 Euro (DM 90 / CHF 70) kosten wird, berechtigt
für ein Jahr zum freien Eintritt in die beteiligten Museen. Für
Touristen wird ein Kurzzeitpass aufgelegt.
Zur
Finanzierung der Einführungskampagne stehen Mittel von rund
900'000 ECU, davon ein Drittel aus den INTERREG II-Programmen
"PAMINA" und "Oberrhein Mitte-Süd", zur Verfügung.
Noch im
Dezember diesen Jahres wird die Gründung eines Trägervereins für
den Oberrheinischen Museums-Pass erfolgen. Mitglieder sind die
beteiligten Museen, sowie weitere Kreise, die den Museums-Pass
unterstützen. Ab Anfang 1999 wird eine Geschäftsstelle die
Einführung des Museumspasses
vorbereiten.
- Behebung
von Engpässen im Schienenverkehr am Oberrhein
Die
Oberrheinkonferenz unterstützt die Bemühungen um ein attraktiveres
Angebot im Schienennah- und Regionalverkehr. Sie stellt fest, dass
trotz moderner Sicherungstechniken auf Dauer der Ausbau der
bestehenden zweigleisigen Strecken unverzichtbar ist. Sie erneuert
aus diesen Gründen ihren Appell für eine möglichst rasche
Realisierung des viergleisigen Ausbaus der Strecke Offenburg -
Basel und unterstreicht auch die Bedeutung des Ausbaus der Strecke
Strasbourg - Mulhouse (- Basel).
Des weiteren
unterstützt die ORK die Forderung, dass der im Schweizer Jura
bestehende gravierende Engpass (zwischen Liestal und Olten/Aarau)
durch den Bau des Wissenbergtunnels behoben wird und damit ein
Beitrag zum Anschluss der Nordwestschweiz an das europäische
Eisenbahn-Hochleistungsnetz und zum Ausbau der Zulaufstrecken zur
NEAT geleistet wird.
- Baubeginn
für die zweite Rheinbrücke bei Strasbourg zwischen Altenheim und
Eschau
Die Oberrheinkonferenz dankt den deutschen und
französischen Projektver-antwortlichen dafür, daß nunmehr alle
Voraussetzungen für die Realisierung dieser Brücke geschaffen sind
und der Baubeginn unmittelbar bevorsteht. Sie sieht in der
Umsetzung dieses Projektes ein weiteres konkretes Beispiel für die
erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
- Erfolgreicher Auftakt zu einer trinationalen
Konferenzreihe zur Drogenprävention
Die erste Tagung des
Expertenausschusses "Prävention" der Oberrheinkonferenz fand am
19. November 1998 in Mulhouse zu dem Thema "Suchtprävention in
Schule und Stadtteil" statt. Sie diente dem grenzüberschreitenden
Erfahrungsaustausch über Probleme des Suchtmittelmissbrauchs und
der frühzeitigen Suchtprävention. Über 75 Fachleute aus
Deutschland, Frankreich und der Schweiz haben damit eine intensive
Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg begründet.
Am 5. Mai 1999
findet in Freiburg die zweite Tagung zum Thema
"Zielgruppenorientierte Präventionsansätze bei Kindern und
Jugendlichen in besonderen Lebenslagen", am 23. September 1999
in Basel die dritte Tagung zum Thema "Interkulturelle
Gesundheitsförderung und Migration" statt.
- Info-Stand
auf dem EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Der
Expertenausschuss "AIDS" der Oberrheinkonferenz hat erstmals über
seine Arbeit berichtet. Es ist geplant, im Juli/August 1999 eine
Informationskampagne auf dem EuroAirport Basel/Mulhouse/Freiburg
durchzuführen.
- Urteil des
Europäischen Gerichtshofes zur zur Inanspruchnahme von
Kassenleistungen im Nachbarland
Die Urteile des
Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 28. April 1998 haben
Auswirkungen für die Mitgliedsländern der Europäischen
Gemeinschaft. Die Arbeitsgruppe "Gesundheit" der
Oberrheinkonferenz informierte über die geltende Rechtslage in
allen drei Ländern.
Die
Oberrheinkonferenz würdigte bei dieser Gelegenheit die
reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Sozialversicherern,
besonders der Krankenkassen, in Deutschland, Frankreich und der
Schweiz. Diese bearbeiten und lösen, auf der Grundlage bestehender
Vereinbarungen, bereits heute erfolgreich eine Vielzahl von
grenzüberschreitenden Fragen und Problemen, insbesondere für die
85 000 Grenzgänger am Oberrhein.
- Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im
Gesundheitswesen
Zur Verbesserung der Informationsbasis
über den Gesundheitszustand der Bevölkerung soll auf Anregung des
Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg und des Observatoire
Régional de la Santé en Alsace ein gemeinsamer,
grenzüberschreitender "Gesundheitsbericht für den Oberrhein"
erstellt werden. Beabsichtigt ist weiter eine Zusammenarbeit bei
der Behandlung von Schwerbrandverletzten.
- Abbau von
Wettbewerbshemmnissen im grenzüberschreitenden
Wirtschaftsverkehr
Der grenzüberschreitende
Wirtschaftsverkehr am Oberrhein soll künftig noch weiter
erleichtert werden. Der Expertenausschuss "Wettbewerbshemmnisse"
der Oberrhein-konferenz unterbreitete in Erfüllung eines Auftrages
vom 6. Dreiländerkongress "Handwerk und Gewerbe am Oberrhein -
Chancen und Risiken" (Basel, 13./14.11.1997) eine Analyse der
verbleibenden Probleme. Die unterbreiteten Vorschläge stehen in
engem Zusammenhang mit der fortschreitenden Harmonisierung der
jeweiligen nationalen Gesetzgebungen. Es handelte sich dabei
insbesondere um Fragen
- des
Fiskalvertretersystems,
- des
Arbeitnehmerentsendegesetzes und
- der raschen
Erteilung von Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen.
- Konstituierung des Kooperationsverbundes der "Instituts
Universitaires de Formation des Maîtres und lehrerbildenden
Einrichtungen am Oberrhein"
Die Oberrheinkonferenz begrüßt
die von ihr initierte Konstituierung des "Kooperationsverbundes
der IUFM und lehrerbildenden Einrichtungen am Oberrhein" zur
Ausbildung von zweisprachigen Lehrern, die am 16. Oktober 1998 in
Karlsruhe erfolgte und wird dieses Projekt weiterhin konstruktiv
begleiten.
- Förderung
von grenzüberschreitenden Jugendprojekten
Die D-F-CH
Oberrheinkonferenz wird auch im Jahre 1999 grenzüberschreitende
Jugendprojekte, welche geeignet sind, die Kontakte unter
Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren in den Regionen am
Oberrhein auszubauen, mit finanziellen Mitteln in der Höhe von bis
zu 20'000 ECU (40'000 DM/32'000 CHF/132'000 FF) pro Jahr und
maximal 4'000 ECU (ca. 7'900 DM/26'400 FF/6'400 CHF) pro Projekt
unterstützen. Die Mittel werden für die schnelle und
unkomplizierte Startfinanzierung von grenzüberschreitenden
Jugendprojekten und für die Erstattung von Reisekosten eingesetzt.
- Bericht
über die Luftqualität am Oberrhein 1997
Die
Oberrheinkonferenz würdigt die Arbeit ihres Expertenausschusses
"Luftreinhaltung", der jährlich einen umfassenden Bericht über die
Luftqualität am Oberrhein herausgibt. Mit dem gerade angelaufenen
INTERREG II-Projekt "Luftqualitätsanalyse Oberrhein" beweisen die
Behörden in den drei Ländern erneut den hohen Stellenwert, den sie
diesen Fragen beimessen.
- Präsident
Als neuer Präsident der
Oberrheinkonferenz für das kommende Halbjahr hat turnusgemäss
der Schweizer Delegationsleiter, Regierungsrat Dr. Hans Martin
Tschudi, Vorsteher des Justizdepartements Basel-Stadt, sein Amt
angetreten. Das 18. Plenum der Oberrheinkonferenz findet am 7.
Juni 1999 in Basel statt.
Weitere Informationen: Gemeinsames Sekretariat der
D-F-CH Oberrheinkonferenz Rehfusplatz 11, D-77694 Kehl,
Telefon ++49 (0)7851 93 49 0, Telefax ++49 (0)7851 93 49
50 Internet:
www.oberrheinkonferenz.org E-Mail: info@oberrheinkonferenz.org

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